Zwei Mechanismen für ein stabiles Stromnetz
Die Stabilität des Stromnetzes basiert auf einem einfachen Prinzip: Erzeugung und Verbrauch müssen jederzeit im Gleichgewicht sein. In der Praxis ist dieses Gleichgewicht jedoch ständig in Bewegung – insbesondere durch die zunehmende Einspeisung von erneuerbaren Energien.
Um diese Dynamik zu beherrschen, greifen im Hintergrund zwei zentrale Mechanismen: Regelenergie und Ausgleichsenergie. Obwohl sie eng miteinander verbunden sind, erfüllen sie unterschiedliche Aufgaben und wirken auf verschiedenen Ebenen des Systems.
Regelenergie: Stabilität in Echtzeit
Sobald es im Netz zu Abweichungen kommt, muss sofort reagiert werden. Genau hier kam die Regelenergie zum Einsatz. Sie wurde durch den Übertragungsnetzbetreiber aktiviert und sorgte dafür, dass die Netzfrequenz stabil blieb – automatisch und innerhalb kürzester Zeit.
Man unterscheidet Regelenergie drei Ebenen:
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Primärregelenergie reagierte innerhalb von Sekunden automatisch
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Sekundärregelenergie glich kurzfristige Ungleichgewichte aus
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Tertiärregelenergie wurde gezielt zugeschaltet, um länger anhaltende Abweichungen zu korrigieren
Regelenergie ist damit das operative Rückgrat der Systemsicherheit. Ohne sie würde das Netz physikalisch instabil werden.

Ausgleichsenergie: Verantwortung im Markt
Im Gegensatz zur physischen Regelenergie ist die Ausgleichsenergie ein rein kaufmännisches Abrechnungsverfahren. Jede Bilanzgruppe (BG) in der Schweiz ist gesetzlich verpflichtet, ihre Einspeisungen und Entnahmen im Voraus so genau wie möglich zu planen. Weicht die tatsächliche Menge einer Bilanzgruppe am Ende des Zeitraums von ihrer angemeldeten Prognose ab, entsteht eine Differenzmenge.
Diese Differenz wird der Bilanzgruppe als Ausgleichsenergie in Rechnung gestellt oder gutgeschrieben. Es handelt sich also um die monetäre Verrechnung von Prognosefehlern nach der tatsächlichen Lieferung.
Das Zusammenspiel der beiden Welten
Man kann es sich vereinfacht so vorstellen: Regelenergie ist die Tat, Ausgleichsenergie ist die Rechnung. Die Kosten, die Swissgrid für den Einsatz der physischen Regelenergie entstehen, werden über den Preis der Ausgleichsenergie an diejenigen weitergegeben, die die Abweichungen verursacht haben.
Wer ungenau prognostiziert, verursacht den Bedarf an Regelenergie und muss dafür bezahlen. Wer hingegen mehr einspeist, wenn das Netz knapp ist, hilft dem System und erhält dafür eine entsprechende Gutschrift.
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